SOS MEDITERRANEE ruft anlässlich des Internationalen Tags der Migrant*innen zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer auf

SOS MEDITERRANEE ruft anlässlich des Internationalen Tags der Migrant*innen zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer auf

Pressemitteilung                                                                                                               Berlin, 18.12.2017

Unter dem Motto #MehrMenschlichkeitAufSee ruft die europäische Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE anlässlich des Internationalen Tags der Migrant*innen zur Unterstützung ihres Einsatzes im Mittelmeer auf.

Laut Schätzungen von Amnesty International sitzen derzeit Hundertausende Flüchtende unter teils menschenunwürdigen Bedingungen in Internierungslagern in Libyen fest. Ihre einzige Hoffnung, dieser Situation zu entkommen, ist die Flucht über das Mittelmeer. Doch diese wird mit dem verstärkten Einsatz der libyschen Küstenwache von Tag zu Tag schwieriger. Schaffen sie es auf das offene Meer, riskieren die Menschen die lebensgefährliche Überfahrt auf seeuntauglichen und vollkommen überbesetzten Booten. Der Wintereinbruch und das damit einsetzende schlechte Wetter verschärfen die ohnehin bedrohliche Situation. Seit 2014 sind mehr als 10.000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen oder gelten seither als vermisst.

Wegen massiver Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge ist Libyen in den vergangenen Wochen verstärkt in den Fokus von Medien und Politiker*innen geraten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisierten dabei vor allem die Zusammenarbeit der Europäischen Union mit der libyschen Küstenwache. In den vergangenen Wochen haben die Teams von SOS MEDITERRANEE immer wieder beobachten müssen, wie Geflüchtete in internationalen Gewässern von der sogenannten libyschen Küstenwache abgefangen und zurück nach Libyen geschleppt wurden – zuletzt vor einigen Tagen.

Trotzdem wurden in den letzten Tagen wieder Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Am Samstag, den 16. Dezember, hat SOS MEDITERRANEE mitten in der Nacht 166 Flüchtlinge vor dem Ertrinken bewahrt und 154 weitere aufgenommen, die zuvor von der spanischen NGO Proactiva Open Arms gerettet wurden. Es war der 127. Einsatz für SOS MEDITERRANEE in diesem Jahr. SOS MEDITERRANEE und Proactiva Open Arms sind momentan die einzigen zivilen Seenotrettungsorganisationen, die auch den Winter über im Einsatz sind.

Am 18. Dezember, dem Internationalen Tag der Migrant*innen, möchte SOS MEDITERRANEE auf die Tausenden Männer, Frauen und Kinder aufmerksam machen, die jedes Jahr an den Grenzen Europas sterben. „Seit Februar 2016 ist SOS MEDITERRANEE ununterbrochen in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste im Einsatz, um Flüchtende aus Seenot zu retten und in Sicherheit zu bringen. Gemeinsam mit unserem medizinischen Partner an Bord, Ärzte ohne Grenzen, sind wir in 22 Monaten mehr als 25.000 Menschen zur Hilfe gekommen. Neben der Rettung von Menschen aus Seenot möchte SOS MEDITERRANEE denjenigen, die dem Horror der Gefangenenlager in Libyen entkommen konnten, Würde und Hoffnung zurückgeben. Außerdem möchten wir diesen Menschen eine Stimme geben. Weil sie in Libyen viel zu lange schweigen mussten“, sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V.

Die #MehrMenschlickeitAufSee-Kampagne

Um weitere Mittel für den Betrieb des Rettungsschiffs Aquarius zu sammeln, ruft SOS MEDITERRANEE am Internationalen Tag der Migrant*innen dazu auf, die Kampagne #MehrMenschlickeitAufSee zu unterstützen:

  1. Ein Video, das an Bord der Aquarius gefilmt wurde und in dem die Crewmitglieder ihre Motivation für den Einsatz auf See zum Ausdruck bringen, soll in den sozialen Medien gestreut werden. Das Video können Sie hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=PTvUh4MJ-yQ.
  2. Die Kampagne wird bis Ende Dezember mit weiteren Posts auf Facebook (https://www.facebook.com/SOSMEDITERRANEE) und Twitter (https://twitter.com/SOSMedGermany) fortgesetzt, auf denen Mitglieder des Rettungsteams von SOS MEDITERRANEE, aber auch Überlebende zu Wort kommen.

Pressekontakt, Bildanfragen und Interviews: Jana Ciernioch, j.ciernioch@sosmediterranee.org.

Kontakt Spendenbetreuung: Natalia Lombana, n.lombana@sosmediterranee.org.

Spendenkonto: SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V., IBAN: DE 04 1005 0000 0190 4184 51,
BIC: BELADEBEXXX