SOS MED & Proactiva die einzigen NGO Rettungsschiffe über Weihnachten

SOS MED & Proactiva die einzigen NGO Rettungsschiffe über Weihnachten

24. Dezember 2016


Nachdem SOS MEDITERRANEE einige Wochen lang das einzige zivile Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer betrieben hat, freut begrüßt die Organisation die Entscheidung von Proactiva Open Arms, bereits heute Abend in die Rettungszone zurückzukehren. Die beiden Organisationen werden diesen Winter als einzige vor Ort sein.

Trotz der sich stets verschlechternden Wetterbedingungen, verlassen noch immer regelmäßig Boote die libysche Küste. Vorletzte Nacht, im Regen und kompletter Dunkelheit, konnte SOS MEDITERRANEE 112 Menschen von einem überfüllten, seeuntauglichen Schlauchboot retten. Bereits während der letzten Tage erhielt die Organisation mehrere Berichte über in Seenot geratene Boote an unterschiedlichen Positionen. Als einziges ziviles Rettungsboot konnte die AQUARIUS – die in Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen betrieben wird – allerdings nicht allen zur Hilfe kommen. Laut italienischer Küstenwache sind in den letzten Tagen mehr als 100 Flüchtende im Mittelmeer ertrunken. “SOS MEDITERRANEE begrüßt die Rückkehr von Proactiva Open Arms und weiß die Solidarität diese Weihnachten sehr zu schätzen. Dies ist angesichts der hohen Zahlen an Opfern, die das Mittelmeer dieses Jahr gefordert hat, unerlässlich. Wir freuen uns, unsere Einsätze in Zusammenarbeit mit Proactiva Open Arms jetzt noch effektiver durchführen zu können.”, sagte die Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE Frankreich, Sophie Beau.

Das gesamte letzte Jahr haben zivilgesellschaftliche Organisationen eine essentielle Rolle in der sogenannten “Flüchtlingskrise” gespielt. Allein im Oktober, haben NGOs rund 40 Prozent aller Rettungen durchgeführt. Dies ist angesichts der begrenzten finanziellen Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, besonders bemerkenswer . “Wir sehen unseren Einsatz auf See als unsere legale, moralische und humanitäre Pflicht. Als zivilgesellschaftliche Organisation schauen wir nicht zu. Als Bürger*innen Europas tun wir, was wir können und setzen somit europäische Werte in die Tat um.” kommentiere Timon Marszalek, Geschäftsführer von SOS MEDITERRANEE Deutschland. Er fügte hinzu: “Wir können es nicht zulassen, dass Menschen vor Krieg, Folter, Armut und in der Hoffnung auf ein besseres Leben fliehen, auf dem Mittelmeer sterben, der weltweit bereits tödlichsten Fluchtroute. Wir können sie nicht auf See sterben lassen. Sichere Fluchtwege sind die einzige langfristige Lösung, um die Zahl der Toten auf See zu reduzieren.”
Während der letzten drei Wochen war SOS MEDITERRANEE die einzige zivilgesellschaftliche Organisation, die im Mittelmeer Menschenleben gerettet hat. Die Organisation wird auch über den Winter und im neuen Jahr ihren Einsatz weiterführen, um weiteres Sterben auf See zu verhindern. Die Europäische Organisation zur Rettung Schiffbrüchiger wurde 2015 von einer Gruppe europäischer Bürger*innen gegründet, als Antwort auf unzureichende Reaktionen zu dieser humanitären Tragödie. Seit Beginn des Einsatzes im Februar 2016 hat die Organisation gemeinsam mit ihrem medizinischen Partner von Ärzte ohne Grenzen bereits mehr als 10.700 Menschen in Seenot geholfen. Für die Abdeckung der operativen Kosten von 11.000€ pro Tag ist die gemeinnützige Organisation auf Spenden angewiesen.