Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2017

Januar: Das Jahr beginnt dramatisch – SOS MEDITERRANEE kommt in teils nervenaufreibenden Einsätzen 1.037 Menschen zur Hilfe. Dabei können 2 Menschen nur noch tot geborgen werden.

Februar: SOS MEDITERRANEE rettet in 11 Einsätzen 1.180 Menschen vor dem Ertrinken. Bei einem 40-stündigen Einsatz können allein 800 Flüchtende geborgen werden.

März: Innerhalb von 24 Stunden rettet SOS MEDITERRANEE über 900 Menschen von insgesamt 9 Holz- und Schlauchbooten. Nur mit Unterstützung anderer ziviler Seenotrettungsorganisationen konnten alle Flüchtenden sicher an Bord gebracht werden.

April: Dramatische Osterfeiertage – am Osterwochenende retten private Hilfsorganisationen 7.000 Menschen aus Seenot.

Mai: An einem einzigen Tag rettet SOS MEDITERRANEE über 1.000 Menschen – so viele wie noch nie zuvor.

Juni: Nach einem zwölfstündigen Einsatz befinden sich 1.032 Menschen an Bord der Aquarius – darunter 230 unbegleitete Minderjährige.

Juli: Seit Jahresbeginn hat SOS MEDITERRANEE 10.000 Flüchtende im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet.

August: Die Geretteten an Bord der Aquarius berichten vermehrt von den menschenunwürdigen Zuständen in Libyen.

September: Menschen versuchen weiterhin aus Libyen zu fliehen. SOS MEDITERRANEE bringt 371 Menschen sicher an Bord der Aquarius.

Oktober: 606 Menschen werden binnen 36 Stunden gerettet.

November: In weniger als einer Woche hat SOS MEDITERRANEE mehr als 800 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt.

Dezember: SOS MEDITERRANEE nimmt 450 Menschen an Bord und wird Zeuge, wie Geflüchtete zurück nach Libyen geschleppt werden.

März: An Bord der Aquarius kommt am 21.03. die kleine Mercy zur Welt.

Juli: Der kleine Christ wird schon auf einem Holzboot geboren. Bei der Rettung sind Mutter und Kind noch über die Nabelschnur verbunden.

März: Der deutsch-französische Medienpreis wird an SOS MEDITERRANEE verliehen.

Juni: Der UNESCO-Friedenspreis wird an SOS MEDITERRANEE und die ehemalige Bürgermeisterin von Lampedusa – Giusi Nicolini – verliehen.

Oktober: Die Schweiz tritt dem europäischen Netzwerk von SOS MEDITERRANEE bei.

Februar: EU-Gipfel auf Malta; es wird die Förderung und Ausbildung der sogenannten libyschen Küstenwache beschlossen.

März: Der sizilianische Oberstaatsanwalt Carmelo Zuccharo verkündet, strafrechtliche Ermittlungen gegen zivile Seenotretter*innen einleiten zu wollen. Frontex-Chef Leggeri wirft NGOs vor, die Arbeit von Schleppern indirekt zu unterstützen – die Kriminalisierung humanitärer Hilfe im Mittelmeer beginnt.

Juni: Die italienische Regierung erwägt die Schließung von Häfen für ausländische NGOs.

Juli I: Die italienische Regierung fordert einen Verhaltenskodex für Seenotrettungsorganisationen.

Juli II: Seenotrettungsorganisationen und die italienische Regierung verhandeln in Rom einen Verhaltenskodex für NGOs.

August I: Einen Tag nach Ablauf der Frist zur Unterzeichnung des Verhaltenskodex für NGOs wird das Schiff der deutschen NGO „Jugend Rettet“ von der italienischen Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

August II: Im Zuge von Nachverhandlungen mit der italienischen Regierung unterzeichnet SOS MEDITERRANEE eine abgewandelte Version des Verhaltenskodex für NGOs. Die neue Version berücksichtigt die Hauptkritikpunkte der Seenotrettungsorganisation.

Mai: Die libysche Küstenwache greift bei einem Einsatz von SOS MEDITERRANEE agressiv in das Geschehen ein und gefährdet somit das Leben der Flüchtenden.

August: Libyen erklärt die Absicht, seine Such- und Rettungszone ausweiten und den Einsatz von NGOs einschränken zu wollen.

September: In einem Gutachten kommt der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zu Schluss, dass die libysche Küstenwache gegen Völkerrecht verstößt.

Dezember: Die Rettungsteams von SOS MEDITERRANEE werden Zeug*innen wie die libysche Küstenwache Flüchtende auf hoher See abfängt und nach Libyen zurückbringt.

Mai I: Anlässlich des zweijährigen Bestehens von SOS MEDITERRANEE veröffentlicht die Organisation einen Offenen Brief an Europa, der die Grundforderungen des europäischen Vereins enthält.

Mai II: Zusammen mit Simone Peter, Fraktionsvorsitzende der Grünen, wendet sich SOS MEDITERRANEE in einem offenen Statement an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Juni: SOS MEDITERRANEE wendet sich in einem offenen Brief gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen und Sea-Watch an die Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Oktober: In einer gemeinsamen Erklärung wendet sich SOS MEDITERRANEE gemeinsam mit den deutschen Seenotrettungsorganisationen  Sea-Watch, Jugend Rettet und Mission Lifeline an die künftige Bundesregierung.

November: SOS MEDITERRANEE wendet sich mit einer Stellungnahme zu den menschenunwürdigen Zuständen in Libyen an die Medien.

Dezember: Anlässlich des Internationalen Tages der Migration ruft SOS MEDITERRANEE zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung auf.