Gemeinsamer Social Media Action Day: Zivile Seenotrettungsorganisationen machen auf das Schicksal Flüchtender aufmerksam

Gemeinsamer Social Media Action Day: Zivile Seenotrettungsorganisationen machen auf das Schicksal Flüchtender aufmerksam

Berlin, 26.01.2018
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Am Sonntag, den 28.01.2017, rufen Organisationen der Seenotrettung und Geflüchtetenhilfe in den sozialen Medien zu Beiträgen zum Thema #RechtAufFlucht auf. Über den gesamten Tag werden die beteiligten Organisationen Artikel, Bilder und Videos posten, um auf die Situation geflüchteter Menschen im Mittelmeer aufmerksam zu machen.

« Die Welt muss wissen, was in Libyen passiert, die Situation ist dramatisch. Menschen werden grundlos getötet, und wenn nichts passiert, müssen noch mehr sterben. » (Flüchtender aus Libyen im September 2017 an Bord der Aquarius).

Seit knapp zwei Jahren rettet die europäische Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE im Mittelmeer nicht nur Menschen aus Seenot, sondern bezeugt auch deren Schicksale. Die Interviews, welche die Teams der Aquarius an Bord mit den Überlebenden führen, zeugen vom Ausmaß der Gewalt und Willkür gegen Flüchtende in Libyen: « Was wir in Libyen gesehen haben, kann man nicht in Worte fassen. Ich denke, niemand kann das verstehen. », erzählte ein Geflüchteter aus Somalia im Oktober.

« Wenn die libysche Küstenwache uns auf der Überfahrt abfängt und uns zurück zur Küste bringt, sagen sie uns, dass sie uns in unsere Länder abschieben werden. Aber alles, was sie tun, ist, uns an jemand anderen zu verkaufen. » (Flüchtender aus Nigeria an Bord der im Februar 2017).

Folter, Zwangsarbeit und sexuelle Gewalt sind in Libyen an der Tagesordnung. Erst im Januar zogen die Seenotretter*innen Bilanz – der Zustand der Geflüchteten aus Libyen hat sich im Laufe des Jahres 2017 erheblich verschlechtert. Laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sind bis zu hunderttausend Flüchtlinge unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen in libyschen Lagern interniert. Ihre einzige Hoffnung bleibt die Flucht über das Mittelmeer. Ein Weg, der durch die Abschottungspolitik der Europäischen Mitgliedsstaaten und das verstärkte Auftreten der libyschen Küstenwache immer gefährlicher wird.

SOS MEDITERRANEE wird den Einsatz im Mittelmeer 2018 fortsetzen. « Wir wollen die Menschen in Europa daran erinnern, was im Mittelmeer passiert und den Flüchtenden eine Stimme geben, weil sie in Libyen viel zu lange schweigen mussten“, erklärte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V.

Alles was ich mir jetzt wünsche, ist es einen sicheren Ort zu finden, wo ich und meine Frau uns niederlassen können. Einen Ort wo wir nicht tagtäglich um unser Leben fürchten müssen, sobald wir das Haus verlassen. Einen Ort, an dem unser Leben etwas zählt und an dem Menschenrechte etwas bedeuten. Ich strebe nach nichts Großem oder Verrückten, nur nach Frieden und Gelassenheit.“ (Anonym, aus Libyen, Interview an Bord der Aquarius im Oktober 2017)

Mit der Bitte um Veröffentlichung.

Den Social Media Action Day können sie auf den Kanälen von SOS MEDITERRANEE bei Facebook (www.facebook.com/SOSMEDITERRANEE/) und Twitter www.twitter.com/SOSMedGermany verfolgen. Augenzeugenberichte der Geretteten finden Sie unter: www.sosmediterranee.org/testimonies/

Für Fotomaterial und Interviews kontaktieren Sie bitte: Jana Ciernioch, SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V., j.ciernioch@sosmediterranee.org, +49173 4071721