+++4 Einsätze in 24h: 344 Menschen in Sicherheit – 2 Tote+++

+++4 Einsätze in 24h: 344 Menschen in Sicherheit – 2 Tote+++

Am Wochenende hat die zivile Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE innerhalb von 24 Stunden in mehreren Rettungseinsätzen 344 Flüchtlinge aus akuter Seenot gerettet. Die AQUARIUS ist derzeit das einzige zivile Rettungsschiff im Einsatzgebiet. Rettungen erfolgen im Stundentakt.

Durch den Wintereinbruch erhöht sich das Risiko bei der Mittelmeerüberquerung ums Leben zu kommen beträchtlich. Seit November sind die Temperaturen deutlich gefallen, weswegen in den kommenden Monaten mit einer Zunahme an Fällen von Unterkühlung und Erfrierungen zu rechnen ist. Auch an diesem Wochenende starben zwei Frauen aus Nigeria an den Folgen von Unterkühlung an Bord der AQUARIUS.

Am Samstag hat die Crew von SOS MEDITERRANEE zunächst 143 Menschen von einem vollkommen instabilen Schlauchbot geborgen. Keine zehn Stunden später, gegen Mitternacht, erhielt die AQUARIUS bereits den nächsten Notruf von der Rettungsleitstelle in Rom: ein Holzboot mit 31 Menschen, mehrheitlich aus Bangladesch, war in Seenot geraten. Die Crew der AQUARIUS konnte die Flüchtenden sicher an Bord bringen. Vier Stunden später ging der nächste Notruf ein. Während sich der Einsatz vom Samstag aufgrund der niedrigen Temperaturen bereits schwierig gestaltete, stellten die Wetterbedingungen am Sonntag das Such- und Rettungsteam vor eine große Herausforderung: Als sich die AQUARIUS in den Morgenstunden dem Einsatzort näherte, war das Schlauchboot mit 146 Flüchtenden bereits im Sinken inbegriffen. „Wir sind gerade rechtzeitig gekommen. Der Holzboden des Schlauchbootes war bereits gebrochen und Wasser drang ins Innere des Bootes ein. Die Menschen gerieten aufgrund der Verbrennungen, die sie vom Benzin-Salzwassergemisch davontrugen, in Panik und sprangen direkt ins kalte Wasser“, erklärt Nicola Stella, stellvertretender Koordinator des Rettungsteams. „Unter diesen Bedingungen kann ein Rettungseinsatz auch ganz anders ausgehen“. Aufgrund des professionellen Eingreifens von SOS MEDITERRANNE konnte eine Massenpanik in letzter Sekunde verhindert werden. Für zwei Frauen aus Nigeria kam jedoch jede Hilfe zu spät. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen durch das medizinische Personal von Ärzte ohne Grenzen, starben die beiden Frauen noch an Bord an den Folgen von Unterkühlung.

Kurz darauf wurde SOS MEDITERRANEE zu einem vierten Einsatz gerufen, in dessen Verlauf 24 Personen vor dem Ertrinken gerettet werden konnten. Das Team der AQUARIUS arbeitet derzeit am Kapazitätslimit.

Durch den Wintereinbruch und den damit einhergehenden Temperaturabfall erhöht sich das Risiko bei der Mittelmeerüberquerung ums Leben zu kommen in erheblichem Maße. Dennoch ist damit zu rechnen, dass weiterhin Menschen die gefährliche Überfahrt nach Europa antreten. SOS MEDITERRANEE wird im Winter als einziges ziviles Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer im Einsatz sein.

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