SOS MEDITERRANEE erhält UNESCO-Friedenspreis

SOS MEDITERRANEE erhält UNESCO-Friedenspreis

Marseille/ Berlin/ Palermo, 20. April 2017


 

SOS MEDITERRANEE widmet UNESCO Friedenspreis denjenigen Menschen, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft ihr Leben im Mittelmeer verloren haben

 

SOS MEDITERRANEE, die europäische Organisation zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer, erhält gemeinsam mit Lampedusas (Italien) Bürgermeisterin Giuseppina Nicolini den UNESCO-Félix Houphouët-Boigny-Friedenspreis.

SOS MEDITERRANEE widmet diese Auszeichnung denjenigen, die auf der Suche nach Zuflucht in Europa ihr Leben auf See verloren haben.

„Wir freuen uns sehr, diese Auszeichnung gemeinsam mit Giuseppina Nicolini zu erhalten,“ sagte Sophie Beau, Mitbegründerin und Vizepräsidentin von SOS MEDITERRANEE. Nachdem wir unsere Organisation im März 2015 gegründet haben, haben wir Nicolini auf Lampedusa besucht, um ihr von unserer Idee, ein ziviles Rettungsschiff für das Mittelmeer von europäischen Bürger*innen zu chartern, zu berichten. Sie antwortete Klaus Vogel, einem deutschen Handelskapitän und Mitgründer von SOS MEDITERRANEE, “Ihr seid verrückt, aber ich unterstütze euch, denn genau solche Initiativen brauchen wir angesichts der Untätigkeit der EU.“

Lampedusa ist ein besonderer Ort in der noch jungen Geschichte von SOS MEDITERRANEE. Bewegt von den wiederholten Appellen der Bürgermeisterin von Lampedusa nach einer europäischen Reaktion auf die Tragödie im Mittelmeer, hatten einige Mitglieder der Organisation bereits 2015 die Chance, den Einsatz und die Solidarität der Einwohner*innen von Lampedusa hautnah mitzuerleben. Lampedusa war deshalb nicht nur der Hafen, von dem aus die Aquarius im Februar 2016 in ihren ersten Rettungseinsatz aufbrach, sondern zugleich der Ort, den sie auf Anweisung der italienischen Behörden nach ihrer ersten Rettung im März 2016 ansteuerte.

Die Freude und Ehre, eine solche Auszeichnung der UNESCO zu erhalten, wird jedoch von den dramatischen Ereignissen des vergangenen Osterwochenendes im Mittelmeer überschattet. Mehr als 8.000 Menschen wurden gerettet und mindestens ein Dutzend starb bei dem Versuch, das Meer in Richtung Europa zu überqueren.

Während einer Anhörung im italienischen Senat am gestrigen Mittwoch, den 19. April 2017, widersprach SOS MEDITERRANEE den jüngsten Vorwürfen, humanitäre Organisationen kooperierten mit kriminellen Netzwerken der Schlepper in Libyen. Stattdessen betonte die Organisation die Notwendigkeit, die europäischen Werte von Solidarität und Menschlichkeit in die Praxis umzusetzen.

SOS MEDITERRANEE fordert dringend eine angemessene institutionelle Reaktion auf das Sterben im Mittelmeer und ein umfassendes Seenotrettungsprogramm, um weiteres Sterben zu verhindern.

 

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